Landkreis Oder-Spree
Bundesland Brandenburg
PLZ: 15295
Vorwahl: 033653
Einwohner: 1475 (31.03.2024)
Fläche: 28,8 km²
Willkommen in unserer Gemeinde !
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7. - 10. Jahrhundert – Erste nachweisliche Besiedlung unserer Region durch slawische Stämme. Heute noch zeugt davon der slawische Burgwall „Grodisch“ nahe der heutigen Ernst-Thälmann-Siedlung, an welchen letztmalig archäologischen Untersuchungen in den Jahren 1969 bis 1972 durch das Museum für Ur- und Frühgeschichte, Potsdam durchgeführt wurden. 1316 – Unser Ort findet erstmals am 4. Juni unter dem Namen Tzultendorp Erwähnung im Urkundenbuch N°21 des Klosters Neuzelle. Die erstmalige Ortsnamensgebung lässt zusammenhänglich auf den 1397 urkundlich erwähnten Besitzer Ziltendorfs Hans von Czultendorff schließen, was sich auch noch in den verbürgten Ortsnamen Zultendorff (später auch Zültendorf) aus der Mitte des 18. Jahrhunderts widerspiegelt. 1397 – Hans von Czultendorff, verkauft dem Kloster sein Vorwerk, (seit 1970 Sechsfamilienhaus Oderstraße 21) mit einer Schäferei. 1406 – Ziltendorf geht komplett in Stiftsbesitz des Klosters Neuzelle über in der es, von einer sechsjährigen Verpachtungszeit abgesehen, bis 1817 verblieb. 1700 – der Buchbinder Samuel Grundemann aus Frankfurt/Oder errichtet eine Papiermühle. Diese wurde später als Mahlmühle betrieben und erfuhr 1939 bis 1942 unter dem Besitzer Erich Krüger eine Modernisierung. Bis 1954 als durch das Mühlenfließ gespeiste Wassermühle betrieben, lud noch vor dem 2. Weltkrieg der Mühlenteich zu Bootsfahrten ein. 1702 – wird der Grundstein für eine neue Kirche gelegt, welche im Fachwerkstil errichtet wird und 1706 eingeweiht wurde. An deren Südseite befand sich seit dem Ende des 1. Weltkriegs ein Kriegerdenkmal, welches 1945 auf den Friedhof umgesetzt wurde. Auf dem Platz davor fanden während des 2. Weltkriegs Fahnenapelle der Wehrmacht statt. 1742 – der preußische Landmesser Christoph Ludwig Grund erstellt das erste Kartenwerk der Neuzeit für die Gemeinden Vogelsang, Kummrow, Ziltendorf und Pohlitz. 1759 – Anfang August des Jahres wird Ziltendorf zum Lager für die zur Schlacht von Kunersdorf vorrückenden österreichischen Truppen unter Führung von Gideon Ernst Freiherr von Laudon. 1815 – nach dem Ende des Wiener Kongresses am 9. Juni, welcher seit dem 18. September 1814 stattfand, kam es in Folge der Niederlage Napoleon Bonapartes in den Koalitionskriegen, zu einer Neuordnung Europas, in deren Folge die gesamte Niederlausitz, deren nördliche Grenze entlang des Flüsschens Schlaube verlief, von Sachsen an Preußen fiel. Dies betraf somit auch Ziltendorf. 1840 – die heutige E.-Thälmann-Siedlung wird als Neuzeller Domänenvorwerk gegründet. Das spätere Gut erhält einen Gutshof mit Herrenhaus und Park, an deren Stelle in der DDR eine Gewächshausanlage entstand. 1846 – wurde die Eisenbahnstrecke der Niederschlesisch - Märkische Eisenbahn in Betrieb genommen, wobei auch Ziltendorf später dann um 1881 zunächst eine überdachte Haltestelle und in etwa gegen 1905 ein festes Bahnhofsgebäude erhielt. 1880 – am 24. Januar wird der Ziltendorfer Handwerkerverein mit 30 Mitgliedern gegründet. Bis zum 24.01.1932 trugen sich 162 Handwerker als Mitglieder ein. 1885 – wurde zum Gedenken der Opfer des Deutsch-Französischer Krieges von 1870/71 die Friedeneiche in der Oderstraße gepflanzt. Diese, einst ein Wahrzeichen des Ortes und beliebter Treffpunkt, wurde dann am 9. Juli 2015 nach einem Blitzeinschlag auf eigenmächtige Weisung des Amtsdirektors gefällt. 1887 – bis 1891 erfolgte der Ausbau des bisherigen „Friedrich-Wilhelm-Kanal“ unter anderem mit dem neuen Teilstück von Müllrose nach Fürstenberg (Oder), wo der Abstieg zur tiefer gelegenen Oder zunächst über 3 Schleusen erfolgte. In diesem Rahmen wurde die Wasserstraße in „Oder-Spree Kanal“ umbenannt. 1895 – kommt es zu einem Einsturz der Sperrmauer, welche das Mühlenfließ für die damals noch wasserbetriebene Mühle anstaute. Es entstand ein großer Schaden im Dorf. 1901 – die neue Schule, das heutige Bürgerhaus, in der Bahnhofstraße wird eingeweiht. Die Kosten des Neubaus betrugen ca. 18.000 Mark. 1920 – der erste Anglerverein Ziltendorfs wird gegründet, welcher in der DDR im DAV (Deutscher Angler Verband) aufging. Zu den langjährigen Vorsitzenden zählten u.a. Willi Seiler und Klaus Krüger. 1921 – wird die Ziltendorfer Ortsgruppe des deutschlandweiten „Arbeiter-Radfahrerbund Solidarität“ mit 38 Mitgliedern begründet, deren Vereinslokal der 1895 erbaute „Gasthof zur Eisenbahn“ war. 1924 – wurde der Sportverein „Freie Turnerschaft“ mit den Sportarten Turnen und Fußball gegründet. Hier organisierten sich hauptsächlich Arbeitersportler, während gleichzeitig im Sportverein „Deutsche Turnerschaft“ überwiegend bürgerliche Sportler organisiert waren. 1926 – wird die Freiwillige Feuerwehr unseres Ortes von Paul Kuchling und seinen Mitstreitern am 15. März gegründet. In der Oderstraße entsteht das erste Gerätehaus. 1928– Im Mai erhält Hugo Krüger während der Sommermonate die „Erlaubnis zum Ausschank alkoholfreier Getränke“ in seinem 1927 erbauten Pavillon am Kleinen Pohlitzer See. 1933 wurde der Pavillon nach einem Brand größer und mit einer überdachten Tanzfläche wiederaufgebaut. „Hugosruh“ wurde zu einem bekannten Ausflugsziel, auch für Berliner Badegäste. 1945 – am 28. März brennt die Kirche des Ortes nach Artilleriebeschuss der vorrückenden Roten Armee vollständig aus. Tage später wird die Brücke über den Oder-Spree-Kanal von abziehenden deutschen Truppen gesprengt. 1947 – am 1. August des Jahres fanden sich Sportfreunde zur Gründungsversammlung eines Sportvereines zusammen. 1949 – Das Landambulatorium wird in der ehemaligen Mühlenvilla eröffnet, zu dessen Versorgungsbereich fünf Dörfer zählen. 1952 – Ziltendorf wird, bis dahin zum Kreis Guben gehörig, dem Kreis Fürstenberg (Oder), später Kreis Eisenhüttenstadt-Land, eingegliedert. 1953 – wurde in der Gemeinde Ziltendorf die 1. Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) „Ernst-Thälmann“ (Typ III) gegründet. Hinzu kamen 1960 drei LPG Typ I („Odertal“ in Ziltendorf, „Friedensgrenze“ in Aurith und „Grüne Aue“ in der Thälmannsiedlung), welche bis zu deren Zusammenschluss 1970/71 bestanden. Im Zusammenschluss mit den Genossenschaften der Nachbargemeinden ging 1973 daraus die Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion (KAP) hervor. 1954 – Grundsteinlegung für das neue Schulgebäude in der Gubener Straße. 1956 – Die Schüler des Ortes, bis dato in den Schulgebäuden der Schulstraße und Bahnhofstraße unterrichtet, können das nun neu erbaute Schulgebäude in der Gubener Straße beziehen. Das einstige Schulgebäude in der Bahnhofstraße wird ab Mitte Juli als Kindergarten genutzt. 1964 – gründet der damals 83-jährige Paul Krüger mit zehn Musikern die „Ziltendorfer Blaskapelle“, deren musikalische Leitung 1969 von seinem Schwiegerenkel Kurt Radloff übernommen wird, welcher dieses Amt bis zum 50. Jubiläum inne hat. 1968 – am Nachmittag des 26. Juni wird die neue Umgehungsstrecke der Fernverkehrsstraße 112 feierlich übergeben. Fortan führt wieder eine Brücke über den Oder-Spree-Kanal, dessen Überquerung bis dato, seit dem letzten Weltkrieg, nur per Fähre gewährleistet war. 1969 – im Juli wird der Neubau der Kinderkrippe in der Bahnhofstraße eingeweiht. Zum 20. Jahrestag der DDR am 7. Oktober 1969 wurde der Schule der Ehrennamen “Tamara Bunke” verliehen, welchen sie bis zur deutschen Wiedervereinigung trug. 1971 – mit der Rodung der Kiefern und Baumstubben durch die Forst Müllrose auf einem Gelände von ca. 20.000 m² beginnen die Arbeiten zur Errichtung der neuen Waldsportanlage. Nach der Einweihung des Rasenplatzes am 7. Oktober 1976 wurde die gesamte Anlage im Wert von ca. 500.000 Mark beim Landsportfest im Juni 1977 übergeben. Der Bau des Kassen- und Lagergebäudes vom Typ Bungalow „Jagdhütte 71“, sowie des Bettenhauses erfolgte dann 1984/85. 1992 – Ziltendorf verliert seine Eigenverwaltung und wird Verwaltungsbestandteil des Amtes Brieskow-Finkenheerd. Am 13.März des Jahres wird die Jagdgenossenschaft „Ziltendorfer Aue“ gegründet. Zu den Vorsitzenden zählten Frank-Reiner Vierling (1992-2011), Manfred Deska (2011/12) und Bernd Vierling (2012-2016). 1995 – am 11. Juni erfolgt die Grundsteinlegung zum neuen Evangelischen Gemeindezentrum, welches dann am 14. April 1996 feierlich eingeweiht wurde. 1997 – Gründung des Feuerwehr- und Freizeitvereins am 27.April. Am 23. Juli des Jahres überflutet das „Jahrhundert-Hochwasser“ der Oder, nach einem Dammbruch am Brieskower See, die Ziltendorfer Niederung und erreicht nach wenigen Tagen den Ortsrand. Zusammenlegung mit dem bis dahin im heutigen Bürgerhaus befindlichen Kindergarten zur KiTa „Mühlenknirpse“, deren Eröffnung am 20. September stattfand. 1998 – am 18. Mai wird durch das Ministerium des Innern dem Bürgermeister das Führen des neugestalteten Ortswappens erlaubt, welches durch den Heraldiker Uwe Reipert geschaffen wurde. 19 Jahre später wird eine Verwendung des Wappens, ohne persönliche Zustimmung des Amtsdirektors, von diesem untersagt. 2002 – mit dem 04. Mai ist das neuerbaute Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr, neben dem Bürgerhaus, bezugsfertig. 2004 – auf einer einberufenen Gründungsversammlung am 27. April, wird der Feuerwehr- und Freizeitverein ins Leben gerufen. 2009 – am 16. Juni fällt mit dem Hauptgebäude nun auch das letzte Bauwerk der einstigen Ziltendorfer Mühle dem Abrissbagger zum Opfer. Am 26.05. erfolgte bereits der Abriss der einstigen Mühlenvilla, dem späteren Landambulatorium. 2011 – im April erfolgte der Abriss des Ziltendorfer Bahnhofgebäudes, welches hier über ein Jahrhundert lang den Bahnreisenden willkommen hieß. Tage zuvor schon wurde das Bahnhaus an der Bahnbrücke (B112) abgerissen, welches einst bewohnt war und eine kleine Reparaturwerkstatt der Bahn mit Schmiede beherbergte. 2012 – im März beginnt der grundhafte Straßenausbau der Ortsdurchfahrt (L 372), welche bis dato größtenteils noch aus Kopfsteinpflaster bestand. Am 5. September 2013 fand dieser mit der feierlichen Einweihung durch den amtierenden Verkehrsminister Brandenburgs Jörg Vogelsänger seinen Abschluss. 2016 – nach dem Abriss der den Ort prägenden Villa Hopke in der Frankfurter Straße entsteht dort ein öffentlicher Park, im Anschluss an Freiwilliger Feuerwehr und Bürgerhaus. Im September beging unser Ort sein 700-jähriges Bestehen mit einem Festwochenende, welches durch Festgottesdienst, großen Umzug mit zahlreichen Schauwagen und Festveranstaltung auf dem alten Sportplatz an der Schule gekennzeichnet war. 2017 – nach 64 Jahren öffnete am 10. November die örtliche Filiale der Sparkasse zum letzten Mal für ihre Kunden. In ihrer langjährigen Geschichte erlebte sie so im Jahr 1970 auch einen Raubüberfall. 2018 – im Oktober wird mit der Errichtung von Urnenbaumgrabstätten auf dem Friedhof begonnen. 2019 – Ende Mai verlieren wir mit der Zahnarztpraxis von Zahnarzt Harald Hoellfritsch, welcher sich in den Ruhestand verabschiedet, die letzte zahnmedizinische Versorgung des Ortes. Ende Juni vernichtet ein verheerender Waldbrand eine Fläche von ca. 130 Hektar Kiefernwald zwischen Ziltendorf und Wiesenau. Im Herbst entsteht im 2016 angelegten Park, am Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr, ein öffentlicher Spielplatz mit diversen Großgeräten. 2021 – am 30.April schließt mit der Raiffeisen-Bank nun auch die letzte Bankfiliale in unserem Ort. Im Mai verstirbt Margitte Neßler im Alter von 80 Jahren, welche seit 1961 Leiterin der „Ziltendorfer Einradgirls“ war. 2022 – Mitte Februar fegen die Sturmtiefs Ylenia und Zeynep über Deutschland, wobei auch unser Ort von zahlreichen Schäden nicht verschont blieb. Am 10. September begeht die KiTa „Mühlenknirpse“ festlich ihr 25-jähriges Jubiläum. 2023 – am ersten September-Wochenende nimmt die umstrittene Personenfähre über die Oder in Aurith ihren Betrieb auf, welcher schon eine Woche später auf Grund von Niedrigwasser wieder eingestellt werden musste. Anfang Oktober wird der Erweiterungsbau der Kita „Mühlenknirpse“ feierlich eingeweiht. Am 31. Oktober schließt der Raiffeisenmarkt (vormals Bäuerliche Handels Genossenschaft – BHG) in der Frankfurter Straße. Fortan ist eine Versorgung der Bürger mit Grundnahrungsmitteln nächstliegend nur noch im Netto-Markt in Wiesenau möglich. |
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