Die Ziltendorfer Mühle

 

Die Besitzer

• 1700 ein Buchbinder aus Frankfurt/Oder errichtet eine Papiermühle
• 1930 Erich Krüger (Landrat in Krossen) übernimmt die Mühle von seinem Vater
• 1945 Enteignung
• 1945 bis 1952 „REWI - Mühle Ziltendorf“ (Revisions- und Wirtschaftsverband Potsdam; dazu gehörten auch die Mühlen in  Finowfurt und Rathenow)
• 1952 bis 1958 „Konsum – Mühle Ziltendorf“ Leiter Herr Besch wohnte in der Mühle
• 1958 bis 1959 gehörte die Mühle zur Mühle Müllrose
• 1960 bis 1989 LPG – (Schrot-) Mühle

Der Standort und seine Probleme

„ Müller Krüger“ hatte Land zwischen dem Bahnhof Ziltendorf und dem Oder-Spree-Kanal gekauft, an dessen verkehrsgünstigen Standort er eine Großmühle errichten wollte. 1895 stürzte die Sperrmauer ein und es entstand großer Schaden im Dorf. Der Mühlenteich zwischen der Villa und der heutigen Kindertagesstätte brachte immer wieder Probleme in Kellern der benachbarten Wohnhäuser. Die Wasserkraft reichte nicht aus für einen Parallelbetrieb von Sägewerk und Mühle. Deshalb wurde von 1939 bis 1942 beim Umbau eine Dampfmaschine/Dampfantrieb eingesetzt, die die Kapazität erhöhte und einen E-Antrieb ermöglichte. Die Kapazität der Mühle,nach dem Umbau,1939 lag bei 15 t/d; 100 t/Woche. Die Räume der Dampfmaschine wurden später in eine Tischlerei für die Instandsetzung der Mühle umgebaut. Die Silokapazität betrug nach dem Umbau 470 t. Mit der Modernisierung 1939 bis 1942 war die Mühle in Ziltendorf bis 1960 die modernste Mühle im weiten Umkreis. Moderne Walzenstühle mit automatischem Ausrücken bei Leerlauf, der E-Antrieb, eine moderne Absackmaschine, die Verkleidung von Becherwerken und Balken, selbst Parkettboden auf dem Walzenboden,waren ein Vorzeigestandort für Besitzer Krüger bis zu seiner Enteignung 1945.
1949/50 wurde die Wasserzufuhr für die Turbine (22 PS) neu geregelt. Der Antrieb reichte nur für eine geringe Leistung über Leerlauf. Ziel war der Abbau der elektrischen Spitzenlast, die 1954 eingestellt wurde. Die Ziltendorfer Mühle wurde unter zusätzlicher Wasserverwendung bis 1954 als Wassermühle betrieben. Nebenbei wurde eine Schneidemühle, die im 2. Weltkrieg stillgelegt wurde und eine Bäckerei im Kellergeschoss betrieben. Durch die Wasserentnahme des neu errichteten EKO, kam es zu unterschiedlicher Wasserführung des Fließes verursacht durch die Wasserentnahme aus den Pohlitzer Seen.
Bis zur Schließung als Mahlmühle konnten 10 bis 12 Beschäftigte geführt werden.
Heute erinnert nur noch eine entkernte und zum Verfall preisgegebene Mühle an bessere Zeiten.
Ein für das Jahr 2002 vorgesehener Abriss der Mühle wurde auf Grund fehlender kommunaler Finanzen abgesagt.Es erfolgte jedoch eine Demontage und teilweise Verschrottung der bis zu diesem Zeitpunkt noch dort verbliebenen Maschinen.
Die ehemalige Villa des Mühlenbesitzers diente ab Anfang der 50er Jahre als Landambulatorium.In den 90'er Jahren beherbergte sie verschiedene Arztpraxen und wurde noch bis Jahresende 2003 vom ortsansässigen Zahnarzt teilweise als Praxis genutzt.

Mühlenhauptgebäude
ehem. Villa des Mühlenbesitzers

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Die Mühle in Gemälden von Kurt Radloff