Die Geschichte Ziltendorf's |
| "Der früheste Ortsnamenbeleg lautet Tzuluttendorph (4.6.1316) und läßt im Bestimmungswort
einen altsorbischen Personennamen Sulotsa
erkennen. Im Flurnamengut ist ein starker sorbischer Einfluß feststellbar, was auf einen hohen Anteil sorbischer Bauern und Zeidler bei der mittelalterlichen Besiedlung der Ortslage schließen läßt. Während noch um 1430 in drei Fällen (Ein-) Hüfner genannt werden, heißt es später, das Dorf habe keine Hüfner und 1673 ausführlicher, es liege "in keinen Hufen", sondern besitze "nur gemängte Aecker und Wiesen". (Sprenger 1930) Näheres über die in der "Starastie zu Czultindorff" organisierten Zeidler erfahren wir in einem um 1420 verfaßten Neuzeller Erbbuch. Zu ihren Privilegien gehörte die Nutzung von "wezin zu ihren zidelweden", sowie des Obstes und Hopfens in den Auenwäldern. Die meisten Mitglieder dieser Starostei wohnten zu Vrath (heute polnisch Uvad) am jenseitigen Oderufer. Damit sie das westlich des Flusses gewonnene Heu aufbewahren und ihr Vieh unterstellen konnten, wurde ihnen im Erbbuch das Recht verbrieft, dort Scheunen und Stallungen zu errichten. Im Jahre 1582 ist in diesem Teil der Oderaue erstmals das Neuzeller Klostervorwerk bezeugt, aus dem im 19. Jahrhundert die Domäne Auritte (Größe 1929: 367 ha) hervorging, Vorläufer des jetzigen Ortsteiles Aurith. Als Besitzer Ziltendorfs urkundet 1397 ein Hans von Czultendorff, der dem Kloster sein Vorwerk, (seit 1970 Sechsfamilienhaus Oderstraße 21) mit einer Schäferei verkaufte, bevor 1406 das gesamte Dorf in Stiftsbesitz überging - von einer sechsjährigen Verpachtungszeit abgesehen - bis 1817 verblieb." |
Die komplette Festschrift zur 675-Jahr-Feier von Ziltendorf finden Sie hier im PDF-Format.
| Seit der im Jahre 919 erfolgten Gründung des deutschen Reiches hatten die Sorben einen zähen Kampf um ihre Unabhängigkeit zu führen. Schon Heinrich I., der erste deutsche König, unterwarf einen Teil ihres Siedlungsgebietes und gründete daraus die Mark Meißen. In den folgenden Jahrhunderten wurden immer wieder Eroberungszüge in die Gebiete der Sorben durchgeführt. Ihre Organisatoren waren die Fürsten und Herzöge, die dabei die Unterstützung der Kirche hatten. Diese Raubzüge wurden damit motiviert, daß man die heidnischen Sorben zum Christentum bekehren wollte. In Wirklichkeit ging es aber den Feudalherren und der Kirche um neues Land und damit um neue Machtsphären. Die bei der Germanisierung angewandten Unterdrückungsmethoden waren äußerst grausam. Ganze Dörfer wurden ausgerottet oder ihre Bevölkerung in die Sklaverei verkauft. Wo man die slawische Bevölkerung am Leben ließ, legte man ihr unerträgliche Lasten und Abgaben auf. Die Slawen durften weder innerhalb der Mauern der von den Deutschen angelegten Städte wohnen, noch ein Handwerk oder Gewerbe betreiben. Ihnen wurde das vor den Stadttoren liegende Kietz als Wohnstätte angewiesen. Die endgültige Unterwerfung unseres Gebietes gelang den feudalen Eroberern erst im 13. Jahrhundert. Die Lausitzer Sorben hatten nämlich im Kampf um ihre Freiheit vor allem die Unterstützung des polnischen Staates. So hatte schon der polnische König Boleslav I. Chrobry (der Kühne) nach blutigen Kämpfen im Jahre 1018 zu Budissin (Bautzen) im mit Heinrich II. geschlossenen Frieden die Lausitz als Reichslehen erhalten. Wenn auch der Polenkönig Miesko II. sie 1031 wieder an Konrad II. verlor, so konnte das Gebiet um Guben und Fürstenberg doch bis in das erste Drittel des 13. Jahr hunderts in gewissem Grade seine Unabhängigkeit behaupten. Die deutsche Besiedlung unseres Gebietes erfolgte unter dem Mündel des Landgrafen Ludwig von Thüringen, Heinrich mit dem Beinamen der „Erlauchte“, der von 1221 bis 1288 Markgraf von Meißen war. Aus dem Norden und Westen wurden deutsche Ansiedler ins Land geholt, die das Land der vertriebenen Sorben erhielten. Die Anwerbung der neuen Ansiedler übertrugen die Feudalherren so genannten Lokatoren (lat. Locatores, d.h. Bauernwerber). Die deutschen Bauern folgten den Lokatoren in großer Zahl in den Osten, denn alle neuen Ansiedler hatten in den Ostgebieten relativ bessere Lebensbedingungen, da ihre Abgaben an die Feudalherren nicht so hoch waren wie in der alten Heimat. Die Lokatoren hatten nicht nur die Aufgabe, deutsche Bauern für den Osten zu werben, sondern ihnen oblag auch die Anlage der deutschen Dörfer und Städte im Osten. In unserem Heimatkreis sind, wie aus der überwiegenden Zahl der Ortsnamen slawischen Ursprungs noch heute hervorgeht, von den Lokatoren weniger neue Dörfer angelegt worden. Dagegen war vielmehr die Verdrängung der Sorben aus den bereits stehenden Siedlungen ihre Aufgabe. An der „Kolonisation" unserer Heimat nahmen fast alle Schichten und Klassen des deutschen Volkes teil. Die Bauern erhielten je eine Hufe Land und brauchten auf Kosten der noch vorhandenen slawischen Bevölkerung nur einen mäßigen Zins an den Grundherren und den Zehnten an die Kirche zu entrichten. Die mit ihnen kommen den Pfarrer wurden mit zwei Hufen Landes ausgestattet. Infolge des damals in Deutschland herrschenden Lehnswesens gingen auch die Rittersöhne nach dem Osten. Hier wurden sie Grundherren mit umfangreichem Besitz, wie z. B. das Geschlecht derer von Bomsdorf. Handwerker und Händler sahen im Osten bessere Erwerbsmöglichkeiten. Eine Reihe Familiennamen geht auf deutsche Vornamen zurück, die die Slawen bei der oft gewaltsam erfolgten Be kehrung zum Christentum während der Taufe annehmen mußten. In ihrer Muttersprache, die nicht sogleich auszurotten war, verwandten sie jedoch dafür die sorbischen Bezeichnungen. Für diese Gruppe von slawischen Namen seien folgende Beispiele erwähnt: Bartusch (deutsch Bartholomäus); Göritz (Gregorius); Hantschke, Jänisch, Jänsch, Janitzki, Jahn, Janasch, Janeck und Janisch (Johannes), Jandtke (Antonius), Hilschenz (Elisabeth), Jakubaschke, Jäckel und Jäcksch (Jakobus) usw. In der Bezeichnung „Hörnchenwiesen", die das Jagen 165 bei Fünfeichen führt, und dem mit „Hörnchenturm" benannten Vermessungsturm bei Kobbeln hat sich die Erinnerung an das einstige slawische Dorf Hörnchen erhalten. In einer Schenkungsurkunde des Markgrafen Waldemar von Brandenburg aus dem Jahre 1315 wird dem Kloster Neuzelle das Dorf Rackwitz (Rakewicz, wie es in der Urkunde heißt) übergeben. Auch dieses Dorf ist etwa im angegebenen Zeitraum untergegangen. Es lag südöstlich von Göhlen, wovon noch heute der Göhlener Flurname „Raaksches Feld" zeugt. Ein weiteres, südlich von Henzendorf gelegenes Slawendorf, das ebenfalls unterging, war Korkowitz. Hieran erinnert noch die Flurbezeichnung „Gurksches Feld" oder „Kurksches Wasser." Die Ursachen für den Untergang dieser slawischen Dörfer sind urkundlich nicht festgehalten worden. Man geht wohl, darum nicht fehl, wenn man sie mit den zur Germanisierung angewandten Unterdrückungsmethoden in Verbindung bringt. Ob ihre Zerstörung durch Strafexpeditionen der deutschen Feudalherren erfolgte, oder ob ihre Bewohner es nach einem Brande vorzogen, der Unterdrückung zu entgehen und sich im polnischen Staat anzusiedeln, auf jeden Fall ist das Verschwinden, dieser Dörfer ein Beweis dafür, daß sie ausschließlich sorbische Einwohner hatten. Diese Schlußfolgerung wird bestärkt durch Untersuchungen, die W.Oelmann in seinem Buch „Die Entwicklung der Kulturlandschaft im Stift Neuzelle" über die Größe der Hufen in den Dörfern anstellt. Oelmann berechnet die Hufengröße für Möbiskruge mit 45 Morgen (Der Morgen ist mit 400 rheinischen Quadratruten = 0,5674 ha berechnet), für Schönfließ mit 58,1 Morgen und für Krebsjauche (Wiesenau) sogar mit 67,2 Morgen. Wenn auch eine unterschiedliche Bodenklasse dabei eine Rolle gespielt haben sollte, so. ist es doch bezeichnend, daß die Hufengröße für Rackowitz mit 26,8 Morgen und für Korkowitz nur mit 26,1 Morgen anzusetzen ist. Da die zu entrichtenden Abgaben aber nach Hufen und zwar vo n den Slawen noch höher als von den deutschen Ansiedlern zu entrichten waren, ist es verständlich, daß viele Sorben ihre Dörfer verlassen haben. Doch nicht alle Sorben kapitulierten so schnell vor ihren Unterdrückern. Wie sich die Sorben im Spreewald bis auf den heutigen Tag ihre nationalen Eigenarten erhalten haben, führten auch in unserem Kreis einige Dörfer einen zähen Kampf um die Erhaltung ihres Volkstums. So war nach der genannten Arbeit Oelmanns, wobei er sich auf die Forschungen von E. Mucke stützte, die Bevölkerung von Ratzdorf noch im Jahre 1707 überwiegend sorbisch. Auch in Schlaben, dessen Umbenennung in Neuzelle erst viel später erfolgte, hat sich wie aus dem Ortsnamen dessen Ursprung bedeutet, das sorbische, Volkstum noch lange erhalten. Eine besondere Rolle bei der Germanisierung des slawischen Ostens spielten die Klöster. Die meisten Mönchsorden waren in Frankreich oder Italien entstanden. Sie brachten aus diesen ökonomisch fortgeschrittenen Ländern neue Produktionsmethoden und Kulturpflanzen mit. Das hat vor allem die deutschen Markgrafen b ewogen, den Mönchen in den Ostgebieten ausgedehnten Grundbesitz zu übergeben. So holte Markgraf Heinrich von Meißen die Zisterzienser-Mönche ins Land. Die Mitglieder dieses Ordens waren auf Grund ihres Wahlspruches „Ora et labora" („Bete und arbeite") zur Arbeit verpflichtet und bearbeiteten ihre um das Kloster gelegenen Ländereien anfänglich selbst. Nach der vom Stifter bei der Gründung des Klosters am 12. 10. 1268 in Dresden ausgestellten Urkunde erhielten die Mönche auch die Dörfer Wellmitz, Steinsdorf, Seitwann, Streichwitz, Schwerzko, Möbiskruge und Lawitz. Wenn sie ihr Besitztum bis zur im Jahre 1817 verfügten Aufhebung des Klosters auf 40 Dörfer und zahlreiche Vasallenorte, zu denen auch Fürstenberg gehörte, erhöhen konnten, so wird kein Mensch glauben, daß das durch den Fleiß der Mönche möglich war. Dieser Reichtum wurde durch die Abgaben und Frondienste der slawischen und deutschen Bauern erpreßt. Die Zisterziensermönche, deren Stammkloster, Citeaux, in Burgund stand, kamen vom Kloster Altzelle bei Nossen in Sachsen un d gründeten hier bei uns die Nova Cella (lat. d. h. Neue Zelle). Um das Kloster an dem heutigen Ort zu erbauen, mußten die Mönche Sümpfe und Moräste trocken legen und sogar einen Berg abtragen. Wie Mauermann in seiner Chronik des Klosters Neuzelle berichtet, befand sich dieser Berg dort, wo sich heute die Klosterkirche erhebt. Eine in der Nähe der Turmuhr befindliche lateinische Inschrift soll die Höhe des Berges bezeichnen. Die abgetragenen Bergmassen würden zu einem Teil dazu verwandt, einen Sumpf auszufüllen, auf dem die heutige evangelische Pfarrkirche steht. Da aber noch Erdmassen übrig blieben, schütteten die Mönche einen neuen Berg auf, dessen Name „Scheibe" noch heute an das Aufkarren oder Fortschieben erinnert. Im Zuge dieser Kultivierungs arbeiten wurde auch der Klosterteich angelegt, der einen Überrest des ehemaligen Sumpfgebietes darstellt. Durch Urbarmachung weiterer Sumpf- und Morastgebiete haben sich die Neuzeller Mönche Verdienste erworben. Auch den Weinbau, der hier noch bis in das 19. Jahrhundert hinein betrieben wurden brachten sie mit in unsere Gegend. Nach der Gründung des Klosters Neuzelle dürfte eine noch stärkere Besiedlung unseres Gebietes mit deutschen Bauern erfolgt sein. Diese kamen einmal in das Stiftsgebiet, weil das Raubrittertum, das sich in Deutschland während der Zeit der Kreuzzüge herausbildete und den Untergang der Ritter ankündigte, sie in ihrer alten Heimat nicht zur Ruhe kommen ließ, zum anderen siedelten sich diese Bauern deshalb unter geistlicher Feudalherrschaft an, weil ihre Abgaben und Lasten an diese zunächst weniger drückend waren, als an eine weltliche Grundherrschaft. Diese Bauernpolitik der Mönche kam wiederum der Bereicherung des Klosters zugute, denn neue Untertanen die weiteres Land urbar machten, brachten auch neue Einkünfte. |
Fast das gesamte Gebiet des heutigen Amtes Brieskow-Finkenheerd stand einmal unter der Herrschaft des Klosters Neuzelle. |
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| Für das Vorwerk Aurith wurde dabei die Oder zu einem großen Hindernis. Aus diesem Grund versuchte Abt Hugo des Klosters Neuzelle das Dorf zu verkaufen. Am 18.03.1629 wandte sich der Abt mit diesem Anliegen direkt an den Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg. Als Gründe für den Verkauf gab er an, dass er kein Interesse an dem Dorf habe, es zu weit weg liege und die Untertanen seien alle „sehr halsstarrig, widerwertig und zu keinem gehorsam" anzuhalten. Der Kurfürst seinerseits beauftragte einen Beamten, ihm über das Dorf einen Bericht zu geben. Am 31.01.1629 meldete der Beauftragte dem Kurfürsten, dass Aurith ein schönes Dorf mit 66 Wohnhäusern sei. Doch das Dorf erbringe nur einen Zins von 130 Talern. Die Untertanen leisten dem Abt keine Dienste und sind ihm sehr ungehorsam. Der Beauftragte empfahl dem Kurfürsten, das Dorf nicht zu kaufen, da man es zu keinem landesherrlichen Amt schlagen könne. | ![]() |
| Am 14.06.1632 übertrug der Kurfürst das Dorf Aurith der Universität in Frankfurt (Oder). Mit einer Beschwerde vom 10.07.1632 wandte sich der Kurfürst Johann Georg von Sachsen an den Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg, dass die Universität auch das Vorwerk Aurith beanspruchen würde.Dieses liege aber diesseits der Oder und gehöre nicht mehr zu Brandenburg. Die Professoren behaupteten, die Landesgrenze ist die „Pistrene" und nicht die Oder. Damit sei das Vorwerk brandenburgisch. Diese Vorgehensweise brachte den Abt des Klosters auf den Plan und er befahl seinen Untertanen zu Aurith niemand, auch nicht der Universität, zu gehorchen und Zins zu zahlen. Dies stehe allein ihm zu. Doch der Streit konnte nicht so einfach geschlichtet werden. So beschlagnahmten die klösterlichen Beamten das Vieh, das die Aurither auf die westliche Seite der Oder zur Hütung führten, und schleppten selbst einige Bewohner nach Neuzelle ins Gefängnis. Nach dem Friedensschluss von Prag und vielen Bemühungen wurde am 18.11.1635 Aurith wieder an das Kloster Neuzelle übertragen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war das Kloster durch Finanznöte gezwungen, einige Güter zu verpfänden. Nachdem es finanziell wieder bergauf ging, konnte man darangehen die ehemaligen Besitztümer wieder zurückzugewinnen.Erst im 18. Jahrhundert ging das Kloster daran, den etwas abseits gelegenen Besitz wieder an sich zu binden. Diese Periode zeichnete sich durch einen stetigen Rückerwerb der alten Klostergüter aus. Mit den Dörfern gelangten auch wieder Vorwerke und Waldungen an das Kloster, die das Rückgrat der klösterlichen Wirtschaft bildeten. Aus einem Inventarverzeichnis während der Sedisvakanz (der Abt des Klosters war verstorben und noch kein neuer bestimmt) aus dem Jahr 1727 geht hervor, dass es zwölf Vorwerke und zwar in Aurith, Bresinchen, Coschen, Diehlo, Groß Drenzig, Ossendorf, Seitwann, Steinsdorf, Treppeln, Wellmitz, Ziltendorf und das Klostervorwerk in Schlaben gab. Die meisten Vorwerke lagen im Süden des Stiftsgebietes und waren immer wieder mal vom Kloster veräußert worden. Ausnahmen bildeten die beiden Vorwerke in der Oderniederung in Aurith und Ziltendorf sowie die beiden Vorwerke in Diehlo und in Schlaben. |
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| Auf diesen Wirtschaftshöfen wurden im Schnitt fünf Pferde, 65 Rinder (Milchvieh wie Zugochsen), 23 Schweine und 60 Stück Federvieh gehalten. An Schafen ließen sich 2500 Stück ermitteln. Die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche wurde in dieser Zeit zu 78 von Bauern und zu 22 von den klösterlichen Vorwerken bewirtschaftet. |
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| Bei der im Jahre 1727 durchgeführten Inventur der weltlichen Verwaltung, da das Kloster ohne Abt war, kam es auch zu Vorkommnissen. Hier ein Beispiel: Am 17.01.1727 begaben sich die Administratoren nach Ziltendorf, um mit dem dortigen Vorwerk zu beginnen. Doch die Tore und Türen waren verriegelt und verschlossen. Durch ein kleines Seitentürchen konnten sie in die Wirtschaftsstube gelangen, wo sie den Hofmann und den Stiftskornschreiber fanden. Beide verweigerten die Zusammenarbeit und die Herausgabe der Schlüssel. „Sie parireten niemanden anders als dem Closter". Da der Kornschreiber flüchten konnte, haben die Administratoren den Hofmann und seinen Knecht verhaften und ihn in Ziltendorf auf der „Schulzerey in Stock legen laßen". Sie verlangten von dem Hofmann Gehorsam und Treue. Da er sich weigerte, wurde er weiterhin in Haft gehalten. Erst nach einem Monat wurde er am 21.02.1727 gegen die Zahlung von 13 Talern und 14 Groschen entlassen. Während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) war Ziltendorf, im Verlauf der Schlacht bei Kunersdorf, Aufmarschgebiet des österreichisches Heeres unter dem Oberbefehl von Feldmarschall-Leutnant Gideon Ernst Freiherr von Laudon. (-1-) Im weiteren Verlauf der Geschichte gewann der preußische Staat immer mehr an Einfluss. Durch ständige Gebietserweiterungen erhielt Preußen auch immer mehr katholische Untertanen. Durch den Staatsvertrag vom 18.5.1815 zwischen Preußen und Sachsen wurde das Gebiet des Klosters Neuzelle preußisches Staatsgebiet. Nach dem Vorbild Österreichs und Bayerns ging auch Preußen im Sinne der Aufklärung daran, die geistlichen Stifte aufzuheben. Auf Grund der preußischen Kabinettsorder vom 08.02.1817 erließ die Regierung zu Frankfurt (Oder) am 25.02.1817 die Aufhebungsurkunde für das Kloster Neuzelle. 1824 bestimmte der Kultusminister, dass der gesamte Vermögenskomplex als „Stift Neuzelle" zu bezeichnen sei. So wurden auch die Vorwerke Aurith und Ziltendorf zum Vermögen des „Stift Neuzelle". Beide wurden in der Folge durch die Stifsverwaltung verpachtet. Das Vorwerk Zilfendorf wurde nach 1840 als Neuzeller Domänenvorwerk geführt und verpochtet. Die Domäne Ziltendorf hatte eine Größe von 521 ha und verfügte über eine Brennerei, eine Rübendarre sowie ausgedehnte Weidenkulturen und Herdbuchvieh. |
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Nach 1945 wurde der größte Teil des Gutslandes der ehemaligen Vorwerke Ziltendorf und Aurith durch die Bodenreform an Umsiedler verteilt. Im Zuge des Aufbaus der Siedlungsgrundstücke in den Jahren 1947-1950 erhielt das ehemalige Vorwerk Ziltendorf den Namen des Arbeiterführers Ernst Thälmann. Auch die heutige Siedlungsstruktur des Ortteiles Aurith entstand im wesentlichen in den Jahren von 1947-1950 durch den Aufbau von Siedlungsgrundstücken für Umsiedler. |
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Quelle(Text):
Winfried Töpler „Das Kloster Neuzelle" und die weltlichen und geistlichen Mächte 1268-1817
Lukas Verlag 2003
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Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, wenn er von Ziltendorf nach Wiesenau am Pottack entlang fuhr, warum denn hier auf einer kleinen Fläche das Ackerland durch einen unbearbeiteten Teil mit wildem Pflanzenwuchs unterbrochen ist ? |
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Zumeist sind es nur glanzvolle historische Kulturen wie das alte Ägypten und das Römische Reich oder Ären großer Kriegsherren wie Dschinghis Khan und Napoleon welche die Geschichtsschreibung überdauern. ...aber nun zurück zum alten Grodisch: |
![]() Foto: Fundstück (Haken) |
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