ZILTENDORF erstmals erwähnt 1316 unter dem Namen Tzuluttendorph, gelegen am Rande
der Oderaue zwischen Oder-Spree-Kanal und
dem Grenzfluß Oder, erstreckt
sich mit seinen beiden Ortsteilen Ernst-Thälmann-Siedlung und Aurith über
eine Fläche von
ca. 29 km².
Von 1406 bis 1817 (mit Ausnahme einer sechsjährigen
Verpachtungszeit) war das Dorf in Stiftbesitz Neuzelle, darauffolgend gehörte es zum Kreis Guben und ab 1952 zum Kreis Fürstenberg(Oder) - später Kreis Eisenhüttenstadt-Land.
Heute ist es mit seinen ca. 1600 Einwohnern Verwaltungsbestandteil
der Amtsgemeinde Brieskow-Finkenheerd im Landkreis Oder-Spree.
Zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes zählt unter Anderem die evangelische Dorfkirche mit ihren beiden Kirchenglocken aus dem 14. und 16.Jahrhundert, welche nach der totalen Zerstörung im 2.Weltkrieg, Ende der 90'er Jahre neu errichtet wurde. Bis ca.1960 machte die Ziltendorfer Mühle den Ort, neben Müllrose, zum bedeutenden Mühlenstandort im Umkreis.
Am Ortsrand wurde in den fünfziger und sechziger Jahren für den VEB Bandstahlkombinat "Hermann Matern" (heute "ArcelorMittal Eisenhüttenstadt") ein großer Verschiebebahnhof gebaut.
Das "Jahrhunderthochwasser" der Oder im Jahre 1997 überflutete die gesamte Oderaue mit den beiden Ortsteilen , welche Dank zahlreicher Spenden und Aufbauhilfe in den darauffolgenden Jahren wiederhergestellt wurden.
Ziltendorf heute
Anfang dieses Jahrhunderts wurden, trotz unzureichender
kommunaler Finanzen, verschiedene "Vorzeigeobjekte" im Dorfzentrum
errichtet. So z.B. das neue Gemeindezentrum, das Gerätehaus der
Freiwilligen Feuerwehr, die neu errichtete Friedhofsmauer sowie die Neugestaltung
der Kriegsgräberstätte.
Dabei blieb, im Gegensatz zu anderen Gemeinden, unter anderem der Straßenausbau
bzw. deren Instandhaltung auf der Strecke.
Ein in den 90'er Jahren erschlossenes Gewerbegebiet liegt, ausgenommen
die Nutzung durch eine ortsansässige Firma und der Kinderhäuser
Oder-Neiße e.V., seit mehreren Jahren brach.
Durch einen Verkauf von Bauland im Ortskern wurde versucht das vorhandene "Loch
in der Finanzkasse" zu schließen. Durch die damit
verbundenen Abholzungen der Robinien- und anderer Baumbestände verliert
der Ort mehr und mehr seinen ländlichen Charakter.
Langfristig wird dies keine finanzielle Verbesserung versprechen, jedoch
zu einer nicht wiedergutzumachenden Schädigung der Natur führen.
Derzeit erfährt der Ort eine zunehmende Verbauung mit Eigenheimen, bei offiziell sinkenden Einwohnerzahlen.
Auch der Straßenausbau wurde in der letzten Dekade vorangebracht, wenn auch nicht immer die Bedürfnisse der Anwohner dabei die primäre Triebkraft waren.
Drohende, sinnlose und undurchdachte Straßenbauprojekte des Landes bzw. Bundes in der näheren Peripherie des Ortes, versprechen für die Zukunft einen weiteren "Rückbau der Natur"
und ein Ausbleiben der bis dato noch erscheinenden Touristen und Naturliebhaber.
Verkehr & Tourismus:
Ziltendorf ist zu erreichen aus Richtung Frankfurt(Oder) bzw.Eisenhüttenstadt kommend über die Bundesstrasse112 oder mit dem Regionalexpress der Deutschen Bahn AG, sowie über den Regionalflugplatz-Pohlitz.
Ein gut erschlossenes Strassen-und Wegenetz, mit Anbindung an den Oder-Neiße-Radweg, bietet Radwanderern die Möglichkeit zur Erkundung der näheren Umgebung. So zum Beispiel der Oderaue, dem Pohlitzer Seengebiet oder dem nahegelegenen Schierenberg. Zur sportlichen Betätigung stehen die Waldsportanlage in Ziltendorf mit ihrem Tennisplatz sowie zahlreiche Angelgewässer rund um den Ort zur Verfügung.