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Verkehr abseits der BundesstraßeVon Tobias Kurfer und Andreas Wendt Die Zahl der Prostituierten auf dem Straßenstrich an der B 112 hat sich von zwei auf vier verdoppelt - trotz Platzverweisen, Festnahmen und verstärkten Geschwindigkeitskontrollen. "Na und", sagen die meisten Bürger. Die Polizei will trotzdem weitere Schritte einleiten. Das Geschäft scheint sich zu lohnen. Unweit der Ortseinfahrt Wiesenau standen sie schon vor vier Wochen, mittlerweile kann man sie auch kurz vor Pohlitz sehen. Vier Frauen, dem Akzent nach zu urteilen aus Ost-Europa, in verdammt kurzen Röcken und langen Stiefeln. Prostituierte, unverkennbar. Vor Wochen schon hatte die Polizei Platzverweise ausgesprochen. "Weil die nicht eingehalten wurden, haben wir zwei Damen kurzfristig in Gewahrsam genommen", sagt Wilfried Gassner, Leiter der Wache in Eisenhüttenstadt. Sie hätten, sagt Gassner, die Kraftfahrer abgelenkt. Wohl wahr: Vor gut einer Woche verlor der Fahrer eines Transporters nach MOZ-Informationen genau an eben jener "verkehrsreichen" Stelle der Bundesstraße die Kontrolle über sein Fahrzeug. Statt die Polizei zur Unfallstelle zu rufen, sammelten einige Männer die vom Transporter heruntergepurzelten Steine schnell wieder auf. Fakt ist: Die Damen am Straßenrand ziehen die Blicke auf sich. Ein Platzverweis der Polizei ist eine Möglichkeit. Aber mehr als eine Kontrolle der Personalien ist dabei nicht drin. "Die Frauen kamen aus Bulgarien oder Rumänien", weiß Wilfried Gassner inzwischen. |
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Mit verschärften Geschwindigkeitskontrollen wollte es die Polizei den Freiern am Waldrand schließlich "ungemütlich" machen. Gebracht hat all das nichts. Jetzt denkt Gassner darüber nach, mit dem Amt Brieskow-Finkenheerd über weitere Maßnahmen an der Bundesstraße zu reden. "Eine Möglichkeit wäre, mit Schranken die Zufahrten zum Wald zu blockieren." Das Befahren der Waldwege könne ebenfalls verboten werden, sagt der Polizist. In Brieskow-Finkenheerd sieht man unterdessen noch keinen Handlungsbedarf, und Ordnungsamtsleiterin Simone Pumpa versichert der Märkischen Oderzeitung: "Beschwerden über den Straßenstrich gab es bislang nicht." Amtsdirektor Georg Pachtner hat zwar moralisch einiges gegen das horizontale Gewerbe, ordnungsamtlich, sagt er, lasse sich aber nichts dagegen unternehmen. "Wir haben an der Stelle keine Verschmutzung, keinen Müll, und auch eine Verkehrsbehinderung ist nicht gegeben", sagt Pachtner auf Nachfrage. Für die Moral sei er nicht zuständig, rechtliche Grundlagen aber, die osteuropäischen Dienstleisterinnen von der B 112 zu verbannen, sehe er nicht. Geredet wird in den Dörfern auch ohne Beschwerden im Amt. "Die meisten Gäste machen sich lustig", sagt Anja Müller, Geschäftsführerin der "Bayernstub´n" in Wiesenau, "und ein paar ältere Damen haben sich Sorgen um die Gesundheit der jungen Frauen gemacht, weil sie derartig dünn bekleidet sind." Bei der Bäckerei Morche schlägt man den gleichen Tenor an: "Hier hat sich keiner aufgeregt - warum auch, so lange die nicht am Kindergarten stehen", sagt Mitarbeiterin Rita Böttcher. Allein im Orts-Konsum herrscht Verstimmung. "Furchtbar", findet ein Kunde das Ganze. "Man weiß gar nicht, was man den Kindern antworten soll, wenn sie fragen, was die Frauen tun." Was die Frauen tun, so viel steht fest, ist jedenfalls nicht grundsätzlich illegal. Seit fast sechs Jahren ist Prostitution als Dienstleistung in Deutschland gesetzlich anerkannt. Uneingeschränkte Freizügigkeit herrscht freilich nicht. Um das Sexgewerbe räumlich einzudämmen, haben Städte und Gemeinden etwa die Möglichkeit, Orte oder Ortsteile zu Sperrgebieten zu erklären. Noch herrscht aber Unbestimmtheit, was die nächsten Schritte anbelangt. Amtsdirektor Georg Pachtner sieht die Polizei im Zugzwang. Sie sollte, findet Pachtner, einen Verdrängungsdruck erzeugen. Im Klartext: Immer wieder Geschwindigkeits- oder allgemeine Kontrollen, die den Damen die Lust aufs Geschäft und den Männern die Lust auf Sex verderben. "Für uns sind vor allem die Männer im Hintergrund wichtig", sagt der Eisenhüttenstädter Polizeiwachenleiter Wilfried Gassner, "sofern es sie gibt." Quelle (Foto&Text) : www.moz.de - Märkische Oderzeitung 05.10.2007 |
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Geschwindigkeits-Kontrollen gegen Nutten am Straßenrand ? - Die Schildbürger lassen grüßen ! Kommentar: _webmaster |
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