Georg Stein - Ein Sohn unserer Gemeinde

 

Das Internet bildet doch ungemein ... so erfährt man eben nicht nur das unser Ort jetzt auch eine Telefon-Sex-Agentur beheimatet, sondern man kann dort auch etwas in Erfahrung bringen über berühmte Persönlichkeiten aus der Geschichte Ziltendorf's, welche im Lauf der Jahre jedoch wohl schon etwas in Vergessenheit gerieten.

So fand ich nun nachfolgenden kurzen Artikel über Georg Hermann Wilhelm Stein, geboren 1897 in Ziltendorf auf einer Webseite aus den Niederlanden, wo man unter der Kurzbiografie Folgendes lesen kann.:
Sekundarschullehrer, selbst unterrichtet in Naturwissenschaften, besonders interessiert an Zoologie und Geologie.
Er begab sich in den östlichen Teil des malaysischen Archipels, leider waren seine Tagebücher während der Kriegsjahre verloren gegangen und seine Darstellung nie beendet.
Er legte ebenfalls botanische Sammlungen an; einige Pflanzen wurden nach ihm benannt.

 

(Source: Flora Malesiana ser. 1, 1: Cyclopaedia of collectors)

 

Born: 1897, Ziltendorf, Guben, Germany.

 

career:

Teacher at secondary schools, self-educated in natural sciences, specially interested in zoology and geology. He travelled in the eastern part of the Malay Archipelago;1 unfortunately his diaries were lost during war years and his narrative will never be completed.

He made botanical collections too; some plants were named after him (cf. Backer, Verkl. Woordenb., 1936).

 

Collecting localities:

1931. W. Guinea.1 In the beginning of the year via Waigeo(u) to Manokwari; via Miosnom (= Mios Noem) (Febr. 17) to the island of Japen (or Jobi), Seroei (18), staying 7 weeks on the island, the highest bivouac being at 1000 m alt.; Numfor (= P. Noemfoor) (short stay); Manokwari; Waigeo(u) (May 6-June 16): sailing into Majalibit Bay, Lupintol, and crossing the lake to kp. Warmek (staying from May 9-18); mountainous hinterland of Warmek (20-28); Lam-Lam Mts in the N. part of the island (May 31-June 5), and visiting kp. Liunsok and Lupintol; back at Manokwari, from where via Numfor and Japen (Seroei) (July 6-17) to the S. point of Geelvink Bay, Wainami (= Nabire); by proa along the coast to the mouth of the Wanggar, ascending it for 6 days; march through the central mountains (setting out July 28), crossing the Waissai and the Menoo, making camp on the latter river; along the spur of the Weyland MIS, the G. Kunupi; while his wife stayed in bivouac, he went for some time to G. Sumuri; back in Kunupi bivouac (1500 m); about the end of Oct. returning to the coast, Wanggar (staying 16 days); by proa to Wainami; Manokwari; Ternate, from where sailing for the Lesser Sunda Islands.-1932. Timor: Tjamplong (Jan. 26), G. Moetis (Febr. 18-March 6); Niki-Niki, Soepoel (March); Port. Timor: Mt Ramelau (= Fatamailau) (Apr. 30-May 4). Making zoological collections in Sumba.

 

collections:

Herb. Berl. [B]: 623 nos from W. New Guinea and neighbouring islands, 607 nos from Timor (purch. 1931/33); the latter evidently numbered in continuation of the New Guinea collection.

The collection was partly elaborated.2

 

literature:

(1) G. Stein: ‘Eine Forschungsreise nach Niederländisch-Ostindien. 1. Teil Neu Guinea’ (Journ. f. Ornith. Berl. 81, 1933, p. 253-310).

For data on Waigeo cf. also Novit. Zool. 38, 1932, p. 129-130.

(2) L. Diels: ‘Matoniacea nova papuasica’ (Notizbl. Berl. Dahl. 11, 1932, p. 311).

Palmae by Burret in Notizbl. Berl. Dahl. 11, 1933, p. 704-713.

Orchidaceae by J.J. Smith in ‘Beitr. Flor. Papuas.’ 20 (=Engl. Bot. Jahrb. 66,1934, p.161-215).

I. Rensch: ‘Farne and Barläppe der Sunda-Expedition Rensch (Unter Beziehung einer Aufsammlung G. Stein’s von Timor)’ (Hedwigia 74, 1934, p. 224-256, pl. 7).

J. von Malm: ‘Einige bemerkenswerte Arten aus den Steinschen Sammlung aus Timor’ (Fedde Repert. 41, 1937, p. 295-296).

In ‘Beitr. Flora Papuasiens’ (Engl. But. Jahrb. 1934→).

 

Das machte mich natürlich neugierig und so durchforschte ich das Internet auf der Suche nach weiteren Angaben zu dem berühmten Naturforscher, welcher hier in unserer Gemeinde - genauer in der Siedlerstraße - am Ende des 19. Jahrhunderts das Licht der Welt erblickte.

Wahrscheinlich haben die meisten von uns, welche schon einmal im Museum für Naturkunde in Berlin waren, unbewusst die Stücke betrachtet welche Georg Stein von seiner Forschungsreise nach Niederländisch-Ostindien (heute Papua-Neuguinea) am Beginn der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts mitbrachte. Einige dieser Stücke möchte ich hier einmal abbilden und denke, dass man bei nächsten Museumsbesuch diese dann etwas genauer betrachtet - unter dem Gesichtspunkt, dass sie von einem Ziltendorfer stammen.
Museum für Naturkunde, Berlin
Camelotettix steini Günther, 1938, det. K. Günther; syntype  
individuals: female  
collector: G. Stein, 1931  
locality: Indonesia, Irian Jaya, Nordwest Neu Guinea, Weyland-Gebirge, 1500m  
remark: labeled Cotypus  
pictures:

Habitus dorsal view
© DORSA

Labels
© DORSA

Frons
© DORSA

Habitus lateral view
© DORSA
       
 
project Deutsche Orthopteren Sammlungen (DORSA)
determination: Camelotettix steini Günther, 1938, det. K. Günther; syntype  
individuals: male  
collector: G. Stein, 1931  
locality: Indonesia, Irian Jaya, Nordwest Neu Guinea, Weyland-Gebirge, 1500m  
remark: labeled Cotypus  
pictures:

Habitus dorsal view
© DORSA

Labels
© DORSA

Frons
© DORSA

Habitus lateral view
© DORSA
       
 
project Deutsche Orthopteren Sammlungen (DORSA)
Staatliche Naturhistorische Sammlung Dresden, Museum für Tierkunde  
determination: Camelotettix steini Günther, 1938, det. K. Günther; syntype  
individuals: female  
collector: G. Stein, 1931  
locality: Indonesia, Irian Jaya, Nordwest Neu Guinea, Weyland-Gebirge, 1500m  
remark: labeled Cotypus  
pictures:

Habitus dorsal view
© DORSA

Labels
© DORSA

Frons
© DORSA

Habitus lateral view
© DORSA
       
 
project Deutsche Orthopteren Sammlungen (DORSA)

Clara-Stachelnasenbeutler (Echmypera clara STEIN, 1932)
ZOO-ZMB 44230

Bereich Säugetiere

Museumsmaterial: trockenes Präparat
Der Clara-Stachelnasenbeutler wurde erstmals von Georg H.W. Stein während seiner Expedition auf Papua-Neuguinea entdeckt. Stein benannte die neue Art nach seiner Frau Clara, die ihn auf dieser Expedition begleitete. Über die Lebensweise des Stachelnasenbeutlers ist bis heute wenig bekannt. Er scheint ein nachtaktiver Einzelgänger zu sein, der sich von Früchten, Blättern und Insekten ernährt.

 

  Pithuis - Giftvögel  

Pithuis, Giftvögel, Familie: Pachycephalidae - Dickkopfvögel

Mit der Meldung über Vögel auf Neuguinea, die giftig seien, stieß der Ornithologe John Dumbacher 1988 zunächst in der Fachwelt auf Unglauben. Bei der Beringung der Vögel verätzte sich der Zoologe die Hände. Inzwischen wurde das Gift dieser Vögel näher untersucht. Es handelt sich um Homobatracho-Toxin, das dem Gift der Pfeilgiftfrösche erstaunlich ähnlich ist. Das Gift fand man in der Haut, im Blut, im Magen, im Darm und der Leber der untersuchten Vögel. Beim Menschen verursacht das Gift starke Reaktionen auf der Haut. Bisher fand man es in vier Arten der Dickköpfe. Nach Aussagen der Einheimischen gibt es noch mehr Giftvögel, die der Wissenschaft allerdings noch unbekannt sind. Welchen Zweck das Gift hat, ist bisher noch nicht geklärt. Es wird vermutet, dass damit auf Vögel spezialisierte Parasiten abgetötet werden sollen.

Dickkopfvogel, Pitohui dichrous
Weylandgebirge, Papua-Neuguinea,
Expedition G. Stein, 1931
Leihgabe: Museum für Naturkunde Berlin.
Foto: M. Hoffmann
Dickkopfvogel, Pitohui ferrugineus
Wauggar, Papua-Neuguinea,
Expedition G. Stein, 1931
Leihgabe: Museum für Naturkunde Berlin.
Foto: M. Hoffmann

 

Den kompletten Reisebericht* "Eine Forschungsreise nach Niederländisch-Ostindien" von Georg Stein kann man hier in der Originalausgabe des Journal für Ornithologie (81.Jahrgang, No.2, April 1933) nachlesen.

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R.-Michael Teichert (webmaster_ziltendorf.com)

 

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