Das Mühlengelände - "Ein ewiges hin und her"
   

Gemeinde lässt Flurstück beräumen

Auf dem ehemaligen Mühlengelände sollen sich nach dem Willen der Gemeindevertretung Häuslebauer ansiedeln. Wie Bürgermeister Rainer Vierling mitteilte, hätten sich die ersten Interessenten gefunden. Und die verlangen von den Gemeindevertretern: Wenn die Kommune das Flurstück 2-941, auf dem sich die Baugrundstücke befinden, beräumen lässt, könnten sie sich vorstellen, dort zu bauen.

"Wir als Gemeinde nehmen Geld in die Hand, um das Grundstück zu entsorgen?", fragte Gemeindevertreter Michael Reiß bei der jüngsten Sitzung angesichts der Beschlussvorlage. Ihr zufolge will die Gemeinde rund 12 300 Euro für die Beräumung von Gebäuden, Mauerwerksresten, Fundamenten und Bauschutt sowie zur Entsorgung von Asbestbauteilen aufwenden.

 

Darüber entbrannte eine hitzige Diskussion. Nicht alle waren überzeugt von der Notwendigkeit. Doch Rainer Vierling stellte klar: "Die Kaufwilligen wollen eine Entscheidung." Und auch Klaus-Dieter Köhler, Bauamtsleiter im Amt Brieskow-Finkenheerd, hielt dagegen: "Ich finde es sittenwidrig, ein asbestverseuchtes Grundstück zu verkaufen." Für jedes der vorgesehenen Baugrundstücke müssten 1500 Euro angesetzt werden, um den Bauwilligen eine beräumte Fläche zur Verfügung zu stellen.

Zähne knirschend entschied sich die Mehrheit der Abgeordneten dafür, das Flurstück 2-941 beräumen zu lassen. Allerdings mit dem Zusatz, einen Zaun zur Einzäunung zu setzen, damit Bürger nicht weiter illegal auf dem Grundstück ihren Müll abladen können. Die Finanzierung der Arbeiten soll aus dem Verkaufserlös der Grundstücke erfolgen.

Quelle (Text): www.moz.de - Märkische Oderzeitung 12. Dezember 2007
   

Im stetigen 2-Jahresrhytmus (siehe auch Artikel unten) steht das Thema "Wohngebiet am Mühlenfließ" an. Man streitet sich um Gelder die für die Beräumung notwendig sind und vielem anderen. Einig ist man sich ,allen voran unser Bürgermeister, nur in einem - mit glitzernden Eurozeichen in den Augen versucht man auch noch die letzten grünen Flecken innerhalb des Ortes gewinnbringend zu verschachern.
Ist denn wirklich einigen Leuten das Geld wohlhabender Städter, welche sich nie so richtig in unsere Gemeinschaft einfügen können oder wollen, um so vieles wichtiger als eine gesunde Natur ? Müssen wir aus Profitgier unser Dorf zubetonieren ?
Bebaute Grundstücke bringen zunächst einmal Profit ein mit welchem sich weitere mehr oder weniger genau solch unsinnige Projekte realisieren lassen, aber denkt man denn nicht überall schon seit ewigen Zeiten in selbigen engstirnigen Maßstäben ? Wenn man dann auf das Thema der Klimakatastrophe zu sprechen kommt war's wieder mal keiner gewesen und doch fängt es schon hier mit mehreren hundert Quadratmetern verschwundenen Grüns an.

Es ist traurig, aber die Natur hat leider keine Chance gegen Leute welche wirklich nicht weiter denken können "als wie ein Schwein scheißt", aber noch viel trauriger ist es, dass diese nicht auch noch in den Genuss kommen die "Früchte" ihrer Missetaten ernten zu können.

Kommentar: _webmaster

   

Was lange währt, wird gut?

Von Silvia Fichtner

Der erste Spatenstich sollte eigentlich schon längst erfolgt sein für das neue Wohngebiet am "Mühlenfließ". Drei Jahre sind seit der Idee vergangen, im Ortskern Ziltendorfs die einstige Mühle und das ehemalige Landambulatorium abzureißen und in der hübschen Landschaft am Fließ neue Häuser zu bauen. Wird, was lange währt, nun endlich gut?

Ziltendorf hofft durch eine neue, attraktive Wohnanlage auf Zuwachs für die Gemeinde und sieht darin auch eine Möglichkeit, junge Familien im Ort zu halten. Da für die um 1700 errichtete Papiermühle, die zuletzt bis 1989 als Schrotmühle betrieben worden war, kein Nachnutzer gefunden werden konnte, reifte 2002 die Idee, sie abzureißen und auf den Gebiet Einfamilienhäuser zu errichten. Es gelang den Ziltendorfern, die Frankfurter Gesellschaft Baugrund Immobilien für das Vorhaben zu interessieren. Das Unternehmen hatte schon einmal eine Wohnanlage errichtet im Ort - den "Auenblick" mit 19 Häusern. Die Grundstücke konnte die Frankfurter Gesellschaft seinerzeit im Handumdrehen vermarkten.

"Das hoffen wir nun auch für dieses Gebiet am Mühlenfließ", sagt Ziltendorfs Bürgermeister Rainer Vierling, Anfragen habe es schon einige gegeben. Die Lage sei ideal: mitten im Ortskern, die Kita gleich nebenan, zur Grundschule fünf Minuten, zum Arzt ebenso, wenige Minuten bis zum Bahnhof, von wo man binnen sechs Minuten mit dem Zug in Eisenhüttenstadt und innerhalb von einer viertel Stunde in Frankfurt ist. "Man braucht also nicht zwingend ein Auto, um in die Städte zum möglichen Arbeitsort zu kommen", hebt der Bürgermeister hervor. 2002 hatte die Gemeinde einem Bebauungsplan zugestimmt für das elf Hektar große Gelände, auf dem künftig 16 Einfamilienhäuser auf Grundstücken entstehen können, die zwischen 400 und 600 Quadratmetern groß sind.

Alles schien am Laufen. Doch dann kam die Kommunalwahl, und die Gemeindevertretung setzte sich danach zu großen Teilen aus neu gewählten Abgeordneten zusammen. Kurz zuvor hatte sich ein neuer Bewerber für das Gebiet gemeldet - aus den eigenen Reihen der Gemeindevertretung. Die "Neuen" mussten sich erst einlesen in die Materie und entscheiden, ob der Auftrag für das neue Wohngebiet im Ort bleiben oder die Frankfurter weiterarbeiten sollten, was diese ohnehin auftragsgemäß mit der Planung für die Erschließung taten.

Nach einer Aufklärung über die rechtliche Situation und deren Folgen in der Gemeindevertretung durch den Anwalt des Amtes Brieskow-Finkenheerd, Andreas Wutzmer, bliebt alles wie vor der Kommunalwahl besprochen. Die Frankfurter Baugrund Immobilien Gesellschaft blieb im Boot.

Im Juni dieses Jahres sollte mit dem Abriss begonnen werden. Bis heute allerdings ist nichts passiert. Welche Gründe gibt es dafür?

"Der Flächennutzungsplan für diesen Bereich musste geändert werden von einem Mischgebiet in ein reines Wohngebiet", erläutert Jürgen Schmidt, Geschäftsführer der Frankfurter Baugrund Immobilien GmbH. Notwendig geworden war dafür ein neuer Grünordnungsplan. Der habe einige Zeit beim Landkreis Oder-Spree geschmort, so Schmidt, "die Leute da können ja auch nicht mehr als arbeiten", zeigt er jedoch dafür Verständnis. Sobald nun der Bauantrag durch den Kreis beschieden sei, könne mit dem Abriss der Mühle und des einstigen Landambulatoriums sowie mit der Erschließung des Gebietes begonnen werden. Interessenten, die bauen wollen am Mühlenfließ in Ziltendorf, gebe es bereits, betont der Investor. "Es gibt bei uns keine Bauträgerbindung, jeder kann sich die Hausbauvarianten aussuchen, ob nun Holzhaus oder Bungalowstil."

Der Wasser- und Bodenverband habe zugesichert, "entsprechend seiner finanziellen Möglichkeiten auf dem Baugebiet über eine Länge von rund 100 Metern das Fließ zu sanieren, so dass die Lage auch dadurch eine optische Aufwertung erfährt", ergänzt Schmidt. Am Montag wird er im Detail in der Gemeindevertretersitzung über den Stand der Dinge informieren.

Quelle : www.moz.de - Märkische Oderzeitung 20. August 2005
   

Wohnen am Ziltendorfer Mühlenfließ

Von Silvia Fichtner

Die einen werden es mit einem weinende Auge sehen, die anderen in freudiger Erwartung. Dort wo jetzt noch die Ruine der Ziltendorfer Mühle steht, können in schöner Wohnlage bald neue Einfamilienhäuser gebaut werden.

Seit 1700 steht die Mühle am Fließ in Ziltendorf. Ein Buchbinder aus Frankfurt (Oder) hat sie als Papiermühle errichten lassen. Später wechselte die Bestimmung. Zuletzt, 1989, war sie als Schrotmühle betrieben worden.

Die Gemeinde hat sich vergeblich bemüht um eine Nachnutzung, der Mühlenverein auch. Er konnte schließlich nur noch das recht gut erhaltene Inventar retten. Am Ende standen Abrisspläne. Aber selbst das dafür notwendige Geld konnte die Gemeinde nicht lockermachen.

Nun steht das Schicksal des Gebietes fest. "Wir sind auf einem guten Weg, auf dem Gelände am Mühlenfließ eine Fläche zu schaffen, auf der neue Einfamilienhäuser entstehen können", berichtet Ziltendorfs Bürgermeister Rainer Vierling. Ins Gespräch gekommen war die Gemeinde mit der Baugrundimmobilien GmbH Frankfurt (Oder), mit der Ziltendorf schon einmal gute Erfahrungen beim Errichten eines neuen Wohngebietes gemacht hatte. "Das Problem ist der Abriss der Mühle. Baugrund sind die einzigen, die mit uns nach einer alle Seiten zufriedenstellenden finanziellen Lösung suchen", begründet der Bürgermeister die Firmenwahl.

Das insgesamt rund 11000 Quadratmeter große Gebiet liegt in idealer Lage zwischen Mühlenfließ und Bahnhofstraße. Die Kita ist gleich nebenan, die Schule nicht weit, maximal zehn Minuten läuft man bis zum Bahnhof. Der Zahnarzt ist um die Ecke, die Arztpraxis nahe. Ziltendorf hat einen Einkaufshop und eine Sparkasse, einen Jugendklub und einen Sportplatz mit Tennisanlagen.

Auf 9800 Quadratmetern ist am Mühlenfließ Platz für 16 Grundstücke. "Die Grundstücksgrößen liegen zwischen 500 und 700 Quadratmetern, damit ist auf einigen Flächen auch ein Bau von Doppelhäusern möglich, was, unserer Erfahrung nach, jedoch kaum noch nachgefragt ist", erläutert der Geschäftsführer der Baugrund Immobilien Gesellschaft Jürgen Schmidt.

Laut einer Machbarkeitsstudie, die auch den Abriss der Mühlenruine einschließe, so Schmidt, komme man auf rund 42 Euro pro Quadratmeter. "Wir haben unsere Vorstellungen in der Gemeindevertretersitzung erläutert und bei den Gemeindevertretern große Kooperationsbereitschaft festgestellt", schildert Schmidt die offenbar gedeihliche Zusammenarbeit, die es auch mit dem Bauamt der Amtsverwaltung Brieskow-Finkenheerds gebe. "So unkompliziert kann man nicht überall miteinander arbeiten", meint Schmidt.

Mit dem Wasser- und Bodenverband sei man zudem überein gekommen, dass dieser auch das Mühlenfließ saniert, "dann ist das eine richtig schmucke Wohngegend", ist sich Rainer Winter , ebenfalls Geschäftsführer der Baugrund, sicher.

Der Bebauungsplan liegt im Entwurf vor. Gegenwärtig wird der Erschließungsvertrag von der Gemeinde geprüft. Dann könnte die öffentliche Auslegung folgen. "Wir bauen mit Firmen aus der Region und wollen nach Möglichkeit im Oktober beginnen", entwirft Schmidt einen Zeitplan, "im nächsten Frühjahr könnten dann die Eigenheimbauer loslegen".

Quelle : www.moz.de - Märkische Oderzeitung 06. August 2003

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